Von Christian Schwager

Gully in den Westen

Im Jahr des Mauerbaus verlief unter der Alten Jakobstraße eine der meistgenutzten deutsch-deutschen Fluchtrouten. Innerhalb von drei Wochen krochen dort geschätzt 500 Menschen durch den Berliner Untergrund. Einer von ihnen war Günter Schulze.

Gully in den Westen von Christian Schwager

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Der Fluchtweg ist versperrt. Ein Auto steht darüber, weiß, klobig. „Porsche, aber wohl kein Carrera“, sagt Günter Schulze. Wenn er auf die Straße tritt und sich herabbeugt, kann er den Rand eines Gullydeckels erkennen. Und das Wort: „Einstieg“. Der Rest der kreisrunden Gravur verschwindet unter der weißen Karosse: „Einstieg zur Freiheit“.

Günter Schulze schaut sich um, schaut die Neue Grünstraße hinauf Richtung Spree und hinunter Richtung Kreuzberg. „Ach ja, genau“, sagt der 80-Jährige, und einen Moment lang sieht es so aus, als würde für ihn wieder diese Nacht beginnen, die Nacht vom Mittwoch, dem 11. auf Donnerstag den 12. Oktober 1961, jene Stunden auf dem Weg von Mitte nach Kreuzberg, durch einen Kanal von Ost nach Westen. Stunden die sein Leben für immer veränderten. Und das vieler anderer auch.

Günter Schulze ist einer von 236.000 Menschen, die im Jahr des Mauerbaus aus der DDR geflohen sind. Einer der rund 800, die durch die Berliner Kanalisation entkamen. Und einer der geschätzt 500, für die der Weg von der Neuen Grünstraße, über die Seydelstraße und die Alte Jakobstraße zum Bruch mit der Vergangenheit und zum Aufbruch in eine ungewisse Zukunft wurde. Sie krochen unter einem Trümmerfeld hindurch, auf dem ein halbes Jahrhundert später ein neues Quartier entstehen sollte, auch das neue Verlagsgebäude der Berliner Zeitung. Ein Quartier auf einer Wunde, das aber keinen Platz für Narben lässt.

Wäre da nicht dieser Gullydeckel mit Gravur, meist zugeparkt, Spende eines Privatmannes, eines ehemaligen Fluchthelfers, nichts würde daran erinnern, dass hier im Herbst 1961 innerhalb von nur drei Wochen ein Stück Berliner Geschichte geschrieben wurde. Eine Episode zwar, aber dennoch bedeutend, weil sich in ihr die Teilung der Stadt und die Folgen für die Berliner  verdichtete.

Mit der Einweihung des Gullydeckels in der Neuen Grünstraße vor ein paar Jahren hatten frühere Flüchtlinge und Helfer am Haus gegenüber eine Gedenktafel angebracht. Irgendwann   störte sie die  Bewohner. Vier verspachtelte Bohrlöcher sind geblieben. Sie erzählen nun eine eigene Geschichte. Eine, die Günter Schulze wie eine Randnotiz vorkommen muss, jetzt, da er noch einmal die Strecke von damals abgeht, diesmal überirdisch in der Gegenwart, mit Gedanken aber unten und in der Vergangenheit.

Der Gullydeckel in der Neuen Grünstraße trägt heute die Gravur “Einstieg zur Freiheit”. Foto: Christian Schwager

„Es war dunkel. Wir kamen aus Richtung Wallstraße“, erzählt er. Sie kamen vom Alexanderplatz. Der Treffpunkt dort: eine Buchhandlung, „Das gute Buch“. Das Kennwort: „Bernburger Straße“. Zumindest dachte Schulze, dass dies das Kennwort wäre, weil es bereits zwei Tage vorher gegolten hatte, als sein erster Fluchtversuch gescheitert war.„Ein Lkw der Volkspolizei war in dem Viertel unterwegs.“

Schnell schob jemand ein Auto über den Einstieg, Schulze erinnert sich: „Das Auto stand für solche Notfälle bereit.“ Und derjenige, der es übers Loch schob, war  der Deckelmann. So nannten sie damals den Posten, der die Flüchtlinge in den Tunnel leitete. Diesmal jedoch musste er die Gruppe nach Hause schicken. „Es hieß, wir sollten am Mittwoch wiederkommen.“ Hektik setzte ein, Angst, in ernsthafte Schwierigkeiten zu geraten. „Niemand wusste, ob der Tunnel aufgeflogen war, ob die Polizei schon nach uns suchte.“ Von einem neuen Kennwort sagte der Deckelmann nichts.

Erst zwei Tage später war davon die Rede, abends auf dem belebten Alexanderplatz, wo wieder ein Verbindungsmann wartete, mit einem Buch als Erkennungszeichen unter dem Arm, der sogenannte Läufer, erster Kontakt für die Flüchtlinge und Geleitschutz bis zum Einstieg. Bernburger Straße? Der Läufer wies Schulze zurück, ließ sich durch kein Argument erweichen. Erst im letzten Moment, die Gruppe brach bald auf, half der Zufall: Der Deckelmann vom ersten Versuch tauchte auf, bürgte für Schulze, und und sie nahmen ihn mit.

„Ohne dessen Zutun wäre mein Leben anders verlaufen“, sagt Schulze. Er wäre nicht erneut vom Alexanderplatz zur Wallstraße und in die Neue Grünstraße gegangen, nicht an dem einzigen intakten Haus der Gegend vorbeigeschlichen, der Nummer 17, die nur im Erdgeschoss bewohnt war. Von einem Ehepaar, das mitbekam, was sich Nacht für Nacht dort am Gully ein paar Meter vor seinem Fenster zutrug, aber offenbar kein Sterbenswort darüber verlor. Schulze wäre nicht hinter den Ziegeln in Deckung gegangen, die sich jetzt wieder vor dem geistigen Auge zu Quadern aufzustapeln scheinen. „Steine, von Trümmerfrauen seinerzeit vom Mörtel befreit.“

Gegen halb elf dann das Kommando, leise: Los! Einer nach dem anderen verschwand in der Kanalröhre. Unten angekommen, ging Schulze in die Hocke, begann zu kriechen, die nächsten drängten nach. „Die Röhre war nur 90 Zentimeter hoch, oval, und unten  schwamm  das Abwasser.“

Irritiert hatten anfänglich die Bewohner des Kanals reagiert, von vereinzelten Rattenbissen berichteten später diejenigen, die in den ersten Tagen des Tunnels gen Westen unterwegs waren. In dieser Nacht aber ließen die Tiere die  Besucher gewähren.

Ein anderer bissiger Gegenspieler war  geblieben: der Gestank, der in der engen Röhre hing, in der „Glockengasse 4711“. In Anlehnung an den Stammsitz von Kölnisch Wasser hatten  Fluchthelfer den Kanal so getauft; Studenten der Freien Universität, der Technischen Universität, der Beuth Hochschule, an der auch Schulze später seinen Abschluss machen sollte. Leute mit Humor jedenfalls.

Und mit dem Mut, sich zwischen Westteil und Ostteil in geheimer Mission zu bewegen, nicht für Geld, nicht für Ruhm oder Berühmtheit, vielleicht aus Idealismus, Abenteuerlust, Trotz, in jedem Fall aber mit dem Vertrauen in die Diskretion derjenigen, die sie unter der Mauer durchschleusten. Fotos der Fluchten unter der Alten Jakobstraße existieren nicht, tauchten bis heute zumindest nicht auf. „Und die Presse wurde  rausgehalten“, sagt Schulze.

Hier verlief die Mauer in der Stallschreiberstraße. Gleich um die Ecke, in der Alten Jakobstraße, steht heute das Verlagsgebäude der Berliner Zeitung – direkt am Mauerstreifen. Foto: Mike Fröhling

Die Nachricht vom Kanal in den Westen, verbreitete sich auf andere Art. Und sie verbreitete sich rasch.  Die Gruppen wurden größer: 30, 35 Menschen entkamen pro Nacht. Schulze war von einem Freund angesprochen worden, Student an der FU bis zum Mauerbau. „Er kam zu mir und sagte: ,Pass auf, ich kenne da einen Weg in den Westen. Bist du dabei, ja oder nein?“

Eine Woche zuvor war Schulze von der Staatssicherheit zum Rapport gebeten worden. Es ging um Bemerkungen mit angeblich staatsfeindlichem Charakter; jemand hatte ihn angeschwärzt. Und deshalb ging es in dem Gespräch nun auch um die Frage, ob sich Schulze nicht vorstellen könne, ebenfalls mit Informationen dienlich zu sein.

Günter  Schulze antwortete dem Freund: „Ich bin dabei.“

Es zieht zwischen Häusern,   Wolken schieben sich über die Neue Grünstraße. Es ist empfindlich kalt. Schulze geht  schneller jetzt. Fast scheint es, als trieben ihn seine Gedanken voran. Als wäre er wieder auf der Flucht. Er geht vorbei an Häuserzeilen, an Neuberliner Klötzchenarchitektur, fahl im Januargrau,  fade selbst im Sonnenschein. An der Ecke Neue Grünstraße und Seydelstraße bleibt er stehen. „In diesem Bereich hier hatten die Grenzer die Gullydeckel herausgenommen.“

Matte Lichtkegel fielen in Kanal herab. Oben auf der Straße schien sich nichts zu regen. Kein Knattern der Zweitakter, mit denen die Patrouillen ihre Runden drehten. Keine Gespräche der Grenzer. Unten in der Röhre konnten sie ihren eigenen Atem hören, Schritte, Plätschern. Unterhaltungen, das hatte ihnen der Deckelmann noch einmal eingeschärft, waren tabu.

Die Beklemmungen hatten sich inzwischen gelöst trotz der Enge, des Drecks, des Gestanks. 113 Meter waren sie gekrochen. Es ging vorwärts, langsam zwar,  aber der Kontakt zum Vordermann gab Sicherheit. Der Erste in der Reihe war wie üblich vom Deckelmann bestimmt worden. Oft bekam der Zweite  den Auftrag, den Abzweig an der Seydelstraße zu besetzen und der nächtlichen Polonaise im Kriechgang den Weg nach Westen zu weisen.

Ein kleiner Querschnitt durch die Bevölkerung musste da während der drei Herbstwochen im Untergrund unterwegs gewesen sein, das legen Augenzeugenberichte nahe: jung, alt, Mann, Frau, Mütter mit kleinen Kindern sollen sogar dabei gewesen sein. In Schulzes Gruppe befand sich ein Wissenschaftler. „Ein älterer Herr, als solchen habe ich ihn damals jedenfalls gesehen.“ Schulze selbst war 24 Jahre alt.

Der vermeintlich ältere Herr verbarg seine akademischen Würden unterm Hemd, Zeugnisse in Folie wasserdicht verpackt. Das Interesse der westlichen Geheimdienste war ihm gewiss. Ohnehin wurden Flüchtlinge aus der DDR zum Rapport bestellt. Wer konnte nützlich sein, wer vielleicht Schaden anrichten? Im Notaufnahmelager Marienfelde war ein Besuch in der sogenannten Alliierten Sichtungsstelle obligatorisch. Amerikaner, Briten und Franzosen sammelten nacheinander Informationen. Eine gute naturwissenschaftliche Ausbildung, belegt sogar durch Zeugnisse, öffnete Türen, eröffnete Perspektiven.

Außer Papieren ließ sich kaum etwas mitnehmen beim Übergang von der alten in eine neue Welt. „Einige Leute trugen Taschenlampen bei sich, nur für den Notfall. Denn wäre das Licht durch die Gullyöffnungen nach oben gedrungen, hätte die ganze Sache auffliegen können.“ Schulze hatte einen Trainingsanzug an, Turnschuhe, leichte Montur für einen schweren Weg, am Handgelenk eine Armbanduhr, eine Junghans aus dem Westen, Geschenk der Mutter. „Die Uhr hat ganz schön was aushalten müssen bei dem Dreck da unten.“

Knöcheltief stand das Wasser im Kanal, aber sie hatten noch Glück. An einem der Vortage hatte es dermaßen geregnet, dass den Flüchtlingen die von Kot durchsetzte Brühe buchstäblich bis zum Hals stand.

Die zweite Straßenkreuzung, der letzte Abzweig, von jetzt an geht es nur noch geradeaus. „Doch jetzt stand uns das schwierigste Stück  ja erst noch bevor“, sagt Schulze.

Der Zug durch die Röhre geriet ins Stocken. Ein Schlammgitter versperrte den Weg. Eng stehende, angerostete Stahlstäbe, sie bereiteten schon den zwei Paaren Probleme, die den Fluchtweg entdeckten und erkundeten. 14 vergebliche Fluchtversuche hatten die vier bereits unternommen, als ihnen am 13. September auf einem nächtlichen Spaziergang der Einstieg an der Neuen Grünstraße auffiel: Der Platz erschien ihnen ideal, lag im Knick der Straße, war schlecht einzusehen, wenn auch eine Straßenlaterne genau über dem Gully hing und dem Ehepaar aus Haus Nummer 17 beste Sicht garantierte.

Die Männer stiegen ein, robbten bis zum Schlammgitter, dann war Schluss. Die nächste Nacht, der zweite Versuch, diesmal mit Werkzeug. Doch eine Öffnung ließ sich nicht hineinsägen in die Barriere. Es waren die Frauen, die schließlich die Idee hatten, den Morast am Grund der Röhre wegzukratzen, und tatsächlich tat sich ein Spalt auf, schmal, aber hoch genug, um rücklings hindurch zu kriechen.

Der Anfang für eine der erfolgreichsten Fluchttouren Berlins war gemacht, obwohl die Entdecker das damals selbst noch nicht ahnten.  Dass sie durch die Kanalisation gekommen waren, räumten sie ein. Details wollten sie für sich behalten. Doch bei einem der Gespräche im Aufnahmelager Marienfelde verplapperten sie sich. Der Verfassungsschutz nahm Kontakt zu Fluchthelfern an der FU auf.

„Dann kam die ganze Sache ins Rollen“, sagt Schulze. Wieder ist er stehen geblieben, orientiert sich an Gullydeckeln, zeigt auf den Asphalt der Alten Jakobstraße, der die Wüste von damals bedeckt. „Hier ungefähr muss sich das Gitter befunden haben“, sagt Schulze. „Die Fluchthelfer hatten es präpariert.“

Es war ihnen gelungen, die Stäbe zu durchtrennen. Abends wurde ein Segment herausgenommen und nach dem letzten Flüchtling am frühen Morgen wieder eingesetzt: Tür auf. Tür zu. Manchmal verschmierten sie die Nahtstellen zur Tarnung mit Kot.

Tür auf, Tür zu? „Am Schlammfanggitter ging es erst mal nicht weiter“, erinnert sich  Schulze. Einer aus der Gruppe hatte sich in der schmalen Öffnung verklemmt, versuchte es mal in der einen, mal in der anderen Position. Sie waren noch im Osten. Immerhin: Sie mussten nicht mehr fürchten, durch ein unbedachtes Geräusch, ein Husten, ein Tuscheln aufzufallen, das durch eine Öffnung nach oben gedrungen wäre. Auf den letzten beiden östlichen Gullydeckeln  stand die Mauer.

Sie kauerten dicht vor dem Ziel, hatten in der Ferne schon die blinkenden Taschenlampen der Westberliner Studenten gesehen, das Signal:  Ihr habt es gleich geschafft!

Sie haben es dann tatsächlich noch geschafft. Auch mit der Hilfe von drei Posten, die vom Westen her an das Gitter kamen, wie in jeder Nacht. Sie lösten den Stau auf. „Von da an ging es in starkem Gefälle weiter. Die Röhre bot jetzt mehr Platz, war an die 120 Zentimeter hoch“, sagt Schulze. Knapp 60 Meter noch, und sie befanden sich im anderen Teil der Stadt, dann unter der Oranienstraße durch und weiter zum Ausstieg, wo sie erwartet, wo sie aus der Kanalisation gezogen wurden nach einer letzten Kletterpartie.

„Wir befanden uns inzwischen vier Meter unter der Straße“, sagt  Schulze. Er hat gerade den Gully wiedergefunden, aus dem er gekrochen ist. Vor 56 Jahren, drei Monaten und ein paar Tagen. Der Deckel ist grau, unscheinbar, ohne Aufschrift. „Tja, hier sind wir raus.“ Schulze schaut hinüber zu einer Backsteinfassade. Gelbliches Licht hinter Fensterglas, Regale mit Akten darin. Die Senatsverwaltung für Soziales befindet sich in dem Gebäude.

Damals herrschte noch immer Dunkelheit über dem Ausstieg. Zwei Stunden waren Schulze und die anderen unterwegs gewesen. Das zeigte ihm die Armbanduhr an. „Die funktionierte noch.“ An die 550 Meter hatten sie krabbelnd und kriechend zurückgelegt. Das aber erfuhr  Schulze erst später, so wie andere Details zur Fluchtroute und zu den Fluchthelfern. Zum Beispiel, dass einer der Studenten ständig Mauer und Grenzbereich beobachtete, aus einem Haus im Westen an der Stallschreiberstraße, zunächst durch ein Fenster im Treppenhaus, später aus einer Wohnung.

In der Nacht vom 13. auf den 14. Oktober sah der Posten, wie Rauchschwaden aus den Gullys stiegen. Es ging auf null Uhr zu. Wieder befanden sich an die 30 Menschen in dem Kanal. Doch diesmal fuhren Grenzpatrouillen vor, schallten Rufe durch die Nacht, wurde Tränengas in die Öffnungen geworfen. Die Helfer am Ausstieg mussten sofort informiert werden, die am Schlammgitter vor allem, sie hockten auf Ostberliner Gebiet. Alle kamen durch.

Auch das gehört zu den Besonderheiten dieses Kanals, der Glockengasse 4711, des Einstiegs zur Freiheit: Niemand wurde erwischt, verhaftet, verurteilt, eingesperrt. Anders als die Zehntausende, die zwischen 1961 und 1989 für ihre gescheiterte Flucht über die deutsch-deutsche Grenze teuer bezahlten; rund 140 sogar  mit ihrem Leben.

Die letzten 30 Flüchtlinge der Alten Jakobstraße bestiegen VW-Busse, die in jenen Nächten bereitstanden, ließen sich ins Studentenwohnheim Schlachtensee fahren. So wie zwei Tage zuvor Schulze in einen Bully Richtung Zehlendorf fuhr. Sie duschten, befreiten sich von ihrer Kleidung, vom Dreck, vom Gestank. Was sie behielten, war die Erinnerung, tief eingebrannt ins Gedächtnis, für immer. Viele träumen bis heute von dieser einen Nacht. Manche erzählen, sie seien wieder und wieder in der falschen Richtung unterwegs, Richtung Osten. Bis sie schweißgebadet aufwachen.

Schulze hat gleich nach der Ankunft im Westen seinen Freund wiedergetroffen. Den, der ihm den  Tipp gab und selbst in den Kanal geklettert war. An jenem Montag, als Schulzes Gruppe kehrt machen musste. Der Kontakt ist nie abgerissen. „Ich denke, ich werde ihn mal wieder anrufen“, sagt  Schulze. Dann geht er zur Bushaltestelle. Er fährt in den Westen der Stadt. Günter Schulze  fährt nach Hause.

Buch zum Thema: Burkhart Veigel, Wege durch die Mauer. Fluchthilfe und Stasi zwischen Ost und West. Berliner Unterwelten e.V. (Hrsg.) im Chr. Links Verlag

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