Von Pola Kapuste

Was tun, damit sich was ändert?

Was wünschen sich die sechs Protagonisten, damit das Bildungssystem ein wenig gerechter wird?

Was tun, damit sich was ändert? von Pola Kapuste

Der Lehrer einer öffentlichen Grundschule in Berlin-Mitte ist täglich mit den prekären Lebenssituationen seiner Schüler konfrontiert. Um emotionaler Verwahrlosung vorzubeugen, würde er sich wünschen, dass Eltern mehr mit ihren Kindern kommunizieren und ihnen vorlesen. Vom Schulsystem wünscht er sich frühere Sprachförderung, eine Kindergarten- und Ganztagsschulpflicht, mehr Personal und kleinere Klassen. Außerdem sollten Lehramtsstudenten schon während des Studiums besser auf den wirklichen Schulalltag vorbereitet werden. Zum Artikel

Den Schülern der elften Klasse ist der Unterschied der privaten und öffentlichen Schulen bewusst und er gefällt ihnen nicht. Emre und Rojin von der öffentlichen Sekundarschule wünschen sich mehr motivierte Lehrer, kleinere Klassen, weniger Unterrichtsausfall und eine bessere Betreuung durch ihre Lehrer. Antonio von der bilingualen Privatschule würde sich wünschen, dass im deutschen Schulsystem mehr Wert auf Intelligenz und weniger auf Gedächtnis gelegt würde. Selbstständiges Denken sollte seiner Meinung nach mehr gefördert werden, anstatt immer nur auswendig zu lernen. Zum Artikel

Die Schulleiterin Ulrike Becker der Refik-Veseli-Sekundarschule, ist mit Hilfe des School turnaround Projekts, der Robert Bosch Stiftung, die Kehrtwende gelungen. Dabei ist die Schulleitung ausgetauscht worden, und die Schule erhielt als Zeichen des Neustarts einen neuen Namen. Vor allem durch die enge Zusammenarbeit mit Lehrern, Eltern, Schülern und Anwohnern wurden Vorurteile aus dem Weg geräumt und ein neues Schulprogramm entwickelt. Die Schule legt nun einen besonderen Fokus auf Demokratie, geht präventiv gegen interkulturelle Spannungen vor und hat seit diesem Jahr eine Oberstufe. Zum Artikel

Die Politikerin, Monika Herrmann findet, dass sich das System so aufstellen muss, dass alle Kinder die Bedingungen bekommen, die sie brauchen. Vor allem in Bezirken mit vielen sozial schwachen Familien, muss man früh mit der Sprachförderung beginnen,  Eltern einbeziehen und Zweisprachigkeit als etwas Positives sehen. Wenn sich Kind und Eltern gut aufgenommen fühlen, lernen sie schneller, ist ihre Erfahrung. Sie wünscht sich außerdem mehr Unabhängigkeit für die einzelnen Bezirke, weniger Regulierungen an den öffentlichen Schulen und eine hundertprozentige Finanzierung der Privatschulen, sodass diese nicht mehr vom Schulgeld abhängig sind. Zum Artikel

Die Mutter, Hilal schickt ihre drei Kinder auf eine private islamische Grundschule. Überzeugt haben sie das Lernklima, die guten Leistungen der Schüler, der kurze Schulweg, die kleinen Klassen und der rege Kontakt mit Lehrern, Schulleitung und anderen Eltern. Diese familiäre Atmosphäre fehlt ihr an den öffentlichen Schulen. Zum Artikel

Der Sozialarbeiter, Bernhard Kerber findet es wichtig, Jugendliche ernst zu nehmen und ihnen das Gefühl zu geben, dass ihre Meinung wichtig ist. Besonders Kinder aus bildungsfernen Familien würden das zu Hause oft nicht erleben. Er sieht vor allem in außerschulischen Lernorten, eine zusätzlichen Möglichkeit einen Zugang zu den Schülern zu bekommen und sie zu begeistern. Zum Artikel

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