Von Dominik Mai

Einleitung

In einer großen Multimedia-Geschichte erzählen wir in fünf Kapiteln von Berlins wohl buntester Straße, die das hippe Neukölln mit dem beschaulichen Treptow verbindet.

Einleitung von Dominik Mai

Wir verwenden Cookies, um die einwandfreie Funktion unserer Website zu gewährleisten und unseren Datenverkehr zu analysieren. Wir informieren auch unsere Analysepartner über Ihre Nutzung unserer Website. Zur Datenschutzerklärung.
Einverstanden ✔

Berlin ist hip und traditionell, billig und teuer, deutsch und arabisch, Ost und West, hektisch und ruhig. Eine Stadt der Kontraste, ständig im Wandel und auf der Suche nach sich selbst. Nirgends sonst wird dies so deutlich wie in einer Straße: „Man muss, will man Berlin kennenlernen, einzig die Sonnenallee kennenlernen“, schreibt der Autor Jörg Sundermeier über jene quirlige Straße, die das hippe Neukölln mit dem beschaulichen Treptow verbindet.

Hier zeigt sich die ganze Vielfalt der Stadt: Neue Restaurants reihen sich an alteingesessene Kneipen, aufwändig modernisierte Gründerzeithäuser an sozialen Wohnungsbau, deutsche Läden an arabische Geschäfte. Es sind diese Kontraste, die die knapp fünf Kilometer lange Magistrale auszeichnen.

Nach dem Tod des Kaisers Friedrich III. erhielt sie 1893 den Namen Kaiser-Friedrich-Straße.

1912 wurde der Bahnhof Kaiser-Friedrich-Straße (heute S-Sonnenallee) in Betrieb genommen. Das erhalten gebliebene Empfangsgebäude mit seinem Eingang in der Saalestraße ist mittlerweile ein Baudenkmal.

Ab dem 20. Jahrhundert führten mehrere Straßenbahnlinien über die Kaiser-Friedrich-Straße. Die letzten Bahnen fuhren 1966. Die Trasse in der Mitte ist heute teils begrünt, teils dient sie als Parkplatz.

1920 erhielt die Verlängerung der Kaiser-Friedrich-Straße zwischen Kanalbrücke und Dammweg den Namen Sonnenallee.

1926 eröffnete die BVG den U-Bahnhof Hermannplatz.

Die Kaiser-Friedrich-Straße und ihre Verlängerung, die Sonnenallee, wurden 1938 unter den Nationalsozialisten in Braunauer Straße umbenannt, nach Adolf Hitlers Geburtsort Braunau am Inn. Seither ist der Straßenzug insgesamt fünf Kilometer lang.

Zwei Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, 1947, erhielt die gesamte Straße den Namen Sonnenallee.

Ab 1961 war die Sonnenallee durch die Mauer geteilt, hier befand sich ein Grenzübergang. Der in Treptow liegende Teil war mit etwa 400 Metern allerdings sehr kurz. Das Buch „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ von Thomas Brussig sowie der Film „Sonnenallee“ schildern das Leben im östlichen Teil der Straße.” align=”left” width=”35%” force_circle=”off” revealfx=”off”]

In fünf multimedialen Geschichten erzählen wir davon – anhand von Menschen, die an Berlins wohl buntester Straße leben und arbeiten. Menschen, die die Sonnenallee prägen. Wir beginnen unsere Reise im Kapitel Hip und urig bei Simone Bannemann und Deniz Agaoglu, die Tür an Tür eine traditionelle Kneipe und ein modernes Café betreiben. Sie erzählen vom Wandel in der Sonnenallee und ihren Gästen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Leben in der “arabischen Straße”

Im Kapitel Billig und teuer widmen wir uns den steigenden Mieten. Wir berichten vom Ehepaar Lüder, das seit zwanzig Jahren in der High-Deck-Siedlung wohnt und dort nicht mehr weg will. Für das Kapitel Alt und neu haben wir Ihab Sahary in seiner syrischen Bäckerei und Youssef El-Ahmad in seinem libanesischen Restaurant besucht. Anhand ihrer Lebensgeschichten erzählen wir vom multikulturellen und kulinarischen Leben entlang der Sonnenallee, die sich über mehrere Generationen hinweg zur „arabischen Straße“ entwickelt hat.

Janine Fiedler und Brigitte Becker erinnern im Kapitel Ost und West an die Teilung der Sonnenallee und berichten, wie es war, direkt an der ehemaligen Grenze zu leben – die eine aus der Ost-Sicht, die andere aus der West-Perspektive. Schließlich besuchen wir im Kapitel Hektisch und ruhig Anfang und Ende der Sonnenallee: Den trubeligen Hermannplatz auf der einen und die idyllische Kleingartenkolonie Volksgärten auf der anderen Seite.

Die fünf Geschichten zeichnen ein Bild der legendären Straße, über die Leander Haußmann einen Film gedreht und Rio Reiser ein Lied gesungen hat. Die fünf Geschichten zeichnen aber auch ein Bild Berlins im Kleinen – einer Stadt der Kontraste, die so vielfältig ist wie keine andere Metropole der Welt.

Share on Facebook
Facebook
Tweet about this on Twitter
Twitter
Share on Google+
Google+
Email this to someone
email

Zur Übersicht
Autoren
Dominik Mai
Felix Firme
Frauke Hinrichsen
Klara Niederbacher
Robert John
Silvia Perdoni

Fotograf
Tanja Schnitzler

Video
Frauke Hinrichsen
Tom Schildberg

Konzeption
Dominik Mai

Entwicklung
Stefan Bozkurt

Schlussredaktion
Dominik Mai
Maike Schultz